Technologie

KI-Agent

Künstliche-Intelligenz-Agent

Ein KI-Agent ist eine Software-Komponente auf Basis von Large Language Models (LLMs), die eigenständig Aufgaben in mehreren Schritten ausführen kann: Daten abrufen, Entscheidungen treffen, andere Systeme ansteuern. Im Gegensatz zu einem reinen Chatbot agiert ein Agent, statt nur zu antworten.

Schaffsch-Position

Agenten sind die mächtigste KI-Anwendung im Mittelstand, aber auch die anspruchsvollste. Sie brauchen saubere Daten, klar dokumentierte Prozesse und Schnittstellen zu den Zielsystemen. Wer Agenten ohne diese Vorarbeit einsetzt, automatisiert Chaos schneller, statt es zu lösen.

Philipp Sonnenstrahl

Agenten erlauben echte Parallelisierung, aber nur, wenn Geschäftsprozesse maschinenlesbar, maschinenausführbar und maschinendokumentiert sind. Was im Kopf eines Mitarbeiters lebt, kann kein Agent skalieren.

Kommentar von Philipp Sonnenstrahl

Kontext

Mit dem Sprung von GPT-3 zu GPT-4 und vergleichbaren Modellen ab 2023 wurden Agenten überhaupt erst praxistauglich, weil Modelle robust genug Tool-Calls ausführen konnten. 2024 und 2025 sind Agent-Frameworks wie LangChain, AutoGen, Claude Agents Mainstream geworden. Im Mittelstand sind Agenten meist 12 bis 24 Monate hinter dem Stand der großen Tech-Anbieter, weil Daten und Prozesse vor dem Agenten-Einsatz stehen müssen.

Beispiel

Ein Mittelständler setzt einen Agenten ein, der eingehende Lieferanten-Rechnungen liest, sie gegen die hinterlegten Bestellungen prüft, Abweichungen klassifiziert und entweder zur Freigabe an einen Mitarbeiter routet oder direkt zur Buchung in DATEV überträgt. Der Agent arbeitet in einer ruhigen Stunde pro Tag rund 80 Belege ab. Ein Mensch würde dafür anderthalb Tage brauchen.

Häufige Fragen

Was unterscheidet einen KI-Agenten von einem Chatbot?

Ein Chatbot antwortet auf Eingaben. Ein KI-Agent führt eigenständige Handlungsketten aus: Er ruft APIs auf, prüft Daten, trifft Entscheidungen anhand definierter Regeln, schreibt in andere Systeme. Ein Chatbot ist Dialog, ein Agent ist Workflow-Ausführung.

Was kostet ein KI-Agent im Mittelstand?

Sehr variabel. Einfache Agenten auf Tools wie Make.com oder n8n mit OpenAI-Anbindung starten bei wenigen tausend Euro Einrichtung plus 50 bis 200 Euro monatliche API-Kosten. Anspruchsvolle Agenten mit eigener Logik, Schnittstellen zu mehreren Systemen und Mehrstufen-Workflows landen schnell im fünfstelligen Bereich.

Ist ChatGPT ein KI-Agent?

Im engeren Sinne nein. ChatGPT in der klassischen Chat-Variante ist ein Sprachmodell mit Dialog-Oberfläche, also eher ein Assistent. Sobald ChatGPT eigenständig Tools aufruft, mehrere Schritte plant und Aufgaben in anderen Systemen ausführt, bewegt es sich in Richtung Agent. Die Grenze ist fließend und verschiebt sich monatlich.

Welche KI-Agent-Plattformen sind im Mittelstand realistisch?

Pragmatisch eingesetzt: Make.com und n8n für Workflow-Agenten mit LLM-Anbindung, Microsoft Copilot Studio für Microsoft-365-nahe Setups, LangChain und AutoGen für eigene Entwicklungen mit mehr Kontrolle. Im Erstgespräch ist die Plattformfrage zweitrangig. Erst die Frage nach Daten und Prozess entscheidet, ob ein Agent überhaupt sinnvoll ist.

Wie baut man einen KI-Agenten für das eigene Unternehmen?

Drei Voraussetzungen vor jedem Agenten. Erstens: Der Prozess, den der Agent ausführen soll, ist sauber beschrieben und manuell stabil. Zweitens: Die Daten, die der Agent liest und schreibt, sind in einem System verfügbar, nicht in vier Excel-Inseln. Drittens: Es gibt einen klaren Mess-Punkt für Erfolg. Erst danach lohnt die technische Frage nach Plattform und Modell.

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