Ausgangslage
Jede Baustelle braucht einen Baustelleneinrichtungsplan (BE-Plan). Er zeigt, wo Container stehen, wie der Verkehr fließt, wo Material gelagert wird und wie Sozialeinrichtungen angeordnet sind. Ohne diesen Plan kann keine Baustelle ordnungsgemäß eingerichtet werden. Er ist nicht optional, sondern Teil der Arbeitsvorbereitung des ausführenden Unternehmens und nach der Baustellenverordnung (BaustellV) bei vielen Projekten sogar Pflicht.
In der Praxis sieht die Erstellung so aus: Der Bauleiter öffnet Google Earth, macht einen Screenshot des Geländes, fügt ihn in PowerPoint ein und zeichnet per Hand Container, Zufahrtswege und Lagerflächen ein. Oder er druckt einen Lageplan aus und skizziert mit Bleistift. Das Ergebnis lässt sich schwer ändern, schlecht teilen und hat keine Maßangaben. Wenn sich die Baustelleneinrichtung ändert, beginnt der Prozess von vorn.
Die fachliche Welt verstehen
Ein Baustelleneinrichtungsplan ist die zeichnerische Darstellung aller temporären Einrichtungen, die für den Baubetrieb auf und neben der Baustelle benötigt werden. Er ist Teil der Arbeitsvorbereitung und wird je nach Komplexität vom Bauleiter, Polier, SiGe-Koordinator oder einem spezialisierten Baustellenlogistiker erstellt.
Der Plan umfasst typischerweise folgende Elemente:
Verkehrserschließung und Zufahrt. Zufahrtswege für LKW und Baumaschinen, Wendebereiche, Einfahrtstore und Absperrungen zur öffentlichen Straße. Die Zufahrtsbreite muss mindestens 3,50 m betragen, bei Begegnungsverkehr 6,00 m.
Lagerflächen und Materiallagerung. Bereiche für Baumaterial, Schalung, Bewehrungsstahl und Schüttgüter. Die Anordnung folgt der geplanten Bauabfolge, damit Material nicht umgelagert werden muss.
Container und Behälter. Entsorgungscontainer (Mulden, Absetzkipper, Abrollcontainer) für Bauabfälle nach AVV-Klassifikation. Dazu Bürocontainer, Aufenthaltscontainer, Sanitärcontainer und Materialcontainer. Die Stellflächen müssen tragfähig und für den Containertausch mit LKW erreichbar sein.
Ver- und Entsorgungsleitungen. Baustrom-, Bauwasser- und Abwasseranschlüsse. Provisorische Leitungsführung bis zu den Verbrauchsstellen.
Sozialeinrichtungen. Unterkünfte, Waschräume, Toiletten und Erste-Hilfe-Einrichtungen nach Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).
Sicherheitseinrichtungen. Bauzaun, Absturzsicherungen, Flucht- und Rettungswege, Brandschutzeinrichtungen und Kennzeichnungen.
Unser Ansatz
Statt mit Screenshots und PowerPoint zu arbeiten, haben wir ein interaktives Tool gebaut, das den gesamten Prozess der Baustelleneinrichtungsplanung digitalisiert:
- Adresseingabe und Satellitenkarte: Adresse eingeben, sofort die Baustelle auf einer echten Satellitenkarte sehen
- Flächen einzeichnen: Baustellengelände, Lagerflächen, Zufahrtswege und Sperrbereiche als Polygone direkt auf der Karte zeichnen
- Automatische Flächenberechnung: Jedes eingezeichnete Polygon zeigt sofort die Fläche in m² und den Umfang in Metern
- Abstände messen: Entfernungen zwischen beliebigen Punkten messen, zum Beispiel Zufahrtsbreiten oder Abstände zu Nachbargebäuden
- Container platzieren: Entsorgungscontainer, Bürocontainer, Sanitärcontainer und Materialcontainer aus dem Behälterkatalog direkt auf die Karte ziehen
- PDF-Export: Den fertigen Baustelleneinrichtungsplan mit Legende, Maßangaben und allen platzierten Elementen als PDF exportieren und teilen
Verbindung zum SCHAFFSCH Werkzeug-Ökosystem
Dieses Tool steht nicht allein. Es verbindet sich mit den anderen kostenlosen SCHAFFSCH-Werkzeugen zu einem durchgängigen Workflow:
Das AVV-Verzeichnis liefert die korrekte Abfallklassifikation für jeden Container auf der Baustelle. Die Behälter-Übersicht stellt die technischen Daten (Volumen, Maße, Nutzlast) für jeden Containertyp bereit, damit die Stellflächen korrekt dimensioniert werden. Zusammen ergibt sich ein Workflow von der Abfallklassifikation über die Containerwahl bis zur Platzierung auf der Baustelle.
Funktionen im Detail
Adresssuche und Satellitenansicht
Geben Sie die Baustellenadresse ein. Das Tool lädt die Satellitenansicht des Geländes. Sie sehen die tatsächliche Umgebung: vorhandene Gebäude, Straßen, Grundstücksgrenzen und Geländemerkmale. Das ist die Grundlage für eine realistische Planung, nicht eine abstrakte Skizze.
Flächen einzeichnen und berechnen
Zeichnen Sie Polygone direkt auf der Karte: das Baustellengelände, einzelne Lagerflächen, Verkehrsflächen oder Sperrbereiche. Jedes Polygon zeigt sofort die Fläche in Quadratmetern und den Umfang in Metern. So sehen Sie auf einen Blick, ob genug Platz für die geplanten Einrichtungen vorhanden ist.
Abstände und Entfernungen messen
Ziehen Sie Messlinien zwischen beliebigen Punkten auf der Karte. Prüfen Sie Zufahrtsbreiten, Abstände zwischen Containern und Gebäuden, Kranausleger-Reichweiten oder Fluchtweglängen. Alle Maße werden in Metern angezeigt.
Container platzieren
Wählen Sie Container aus dem integrierten Behälterkatalog und platzieren Sie sie per Drag-and-Drop auf der Karte. Jeder Container zeigt seine technischen Daten: Typ (Absetzcontainer, Abrollcontainer, Presscontainer), Volumen in m³, Außenmaße (L x B x H) und maximale Nutzlast in Kilogramm. Für Entsorgungscontainer können Sie den AVV-Schlüssel der vorgesehenen Abfallart zuordnen.
Legende und Beschriftung
Der Plan erhält automatisch eine Legende mit allen platzierten Elementen, ihren Bezeichnungen und Maßen. Zusätzlich können Sie Beschriftungen und Hinweise frei auf der Karte platzieren.
PDF-Export
Exportieren Sie den fertigen Baustelleneinrichtungsplan als PDF mit Legende, Maßstab und allen eingezeichneten Elementen. Das Ergebnis ist ein professionelles Dokument, das Sie mit dem Bauherren, dem Entsorger oder dem SiGe-Koordinator teilen können.
Checkliste Baustelleneinrichtung
Eine vollständige Baustelleneinrichtung umfasst folgende Elemente. Nutzen Sie diese Checkliste als Grundlage für Ihren Baustelleneinrichtungsplan:
Zugang und Verkehr. Baustellenzufahrt mit ausreichender Breite (mindestens 3,50 m). Wendebereiche für LKW und Containerdienst. Absperrungen und Kennzeichnung zur öffentlichen Straße. Baustellenschild nach BaustellV.
Container und Unterkünfte. Bürocontainer für die Bauleitung. Aufenthaltscontainer für Pausen (nach ArbStättV). Sanitärcontainer mit Waschgelegenheit und Toiletten. Materialcontainer für Werkzeuge und Kleinmaterial. Erste-Hilfe-Container oder -Ausstattung.
Entsorgung. Entsorgungscontainer nach Abfallart getrennt (nach GewAbfV). Stellflächen für Containertausch (Zufahrt für Abrollkipper frei halten). Abfallklassifikation nach AVV. Entsorgungsnachweis für gefährliche Abfälle (eANV).
Ver- und Entsorgung. Baustromverteiler und Kabelführung. Bauwasseranschluss und provisorische Leitungen. Abwasserentsorgung und Schlammfang.
Lagerflächen. Bereiche für Baumaterial nach Bauabfolge angeordnet. Schüttgutlager mit Rückhalteeinrichtungen. Gefahrstofflager nach TRGS 510. Stellflächen für Baumaschinen und Geräte.
Entsorgungskonzept für die Baustelle
Ein Entsorgungskonzept beschreibt, welche Abfallarten auf der Baustelle anfallen, in welchen Mengen, und wie sie entsorgt werden. Es ist die Grundlage für die Containerplanung und damit direkt mit dem Baustelleneinrichtungsplan verknüpft.
Für jeden Abfallstrom wird festgelegt: die Abfallart nach AVV-Schlüssel, die geschätzte Menge in m³ oder Tonnen, der Behältertyp und die Behältergröße, der Abholrhythmus und der Entsorgungsweg (Verwertung oder Beseitigung). Bei gefährlichen Abfällen (AVV-Codes mit Sternchen) kommen zusätzliche Anforderungen hinzu: die Teilnahme am elektronischen Abfallnachweisverfahren (eANV), die Beauftragung eines zugelassenen Entsorgungsunternehmens (§ 54 KrWG) und die Einhaltung der Nachweisverordnung (NachwV).
Die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) fordert seit 2017 eine getrennte Erfassung von Holz, Metall, Kunststoff, Glas, Dämmstoffen und mineralischen Abfällen auf der Baustelle. Gemischte Bau- und Abbruchabfälle (AVV 17 09 04) dürfen nur anfallen, wenn eine getrennte Erfassung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist.
Das AVV-Verzeichnis hilft bei der korrekten Klassifikation. Die Behälter-Übersicht zeigt, welche Behältertypen für welche Abfallart geeignet sind. Der Baustelleneinrichtungsplan stellt sicher, dass die Container an den richtigen Stellen stehen und für den Tausch erreichbar bleiben.
Ergebnisse
Plan erstellen
Vorher
Google Earth Screenshot in PowerPoint einfügen, per Hand zeichnen. Dauer: 1 bis 2 Stunden, ohne Maßangaben.
Nachher
Adresse eingeben, direkt auf der Satellitenkarte zeichnen. Dauer: 15 Minuten, mit automatischen Maßangaben.
Flächen berechnen
Vorher
Manuell nachmessen oder schätzen. Fehlerquote hoch, keine Dokumentation.
Nachher
Jedes Polygon zeigt sofort Fläche in m² und Umfang in Metern. Automatisch und nachvollziehbar.
Container platzieren
Vorher
Symbole aus dem Internet suchen und in die Zeichnung kopieren. Keine Verbindung zu technischen Daten.
Nachher
Drag-and-Drop aus dem integrierten Behälterkatalog. Volumen, Maße und Nutzlast direkt sichtbar.
Plan ändern
Vorher
Von vorn anfangen oder umständlich in PowerPoint editieren.
Nachher
Elemente verschieben, löschen, ergänzen. Maße passen sich automatisch an.
Plan teilen
Vorher
Screenshot oder Scan per E-Mail. Keine einheitliche Darstellung.
Nachher
PDF-Export mit Legende, Maßstab und Beschriftungen. Professionelles Dokument zum Teilen.
Zugang
Vorher
Teure CAD-Software oder Improvisation mit Office-Programmen.
Nachher
Kostenlos nutzbar im Browser. E-Mail-Adresse nur für den PDF-Export.
