Low-Code / No-Code
Low-Code- und No-Code-Plattformen
Low-Code- und No-Code-Plattformen erlauben den Bau von Anwendungen, Workflows und Datenbanken über grafische Editoren, mit minimalem oder ganz ohne klassischen Code. Sie verschieben die Entwicklung von der IT-Abteilung in die Fachabteilung.
Schaffsch-Position
Low-Code kann im Mittelstand oft die richtige Antwort auf branchenspezifische Anforderungen, die kein Standard-Tool gut abbildet sein. Aber: Low-Code ist nicht magic. Es braucht Datenarchitektur und Prozessverständnis genauso wie Custom-Code. Das Feld wandelt sich stark. Durch LLMs wird die Hürde Custom-Code zu entwickeln immer geringer.

Wir bauen viele Mandate auf Airtable als Wahrheits-Schicht und setzen darauf Custom entwickelte Nutzeroberflächen, die die individuelle Wertschöpfung abbilden. Die Time-to-Value ist drastisch besser als bei klassischem ERP-Customizing, solange man sauber denkt.
Kommentar von Philipp Sonnenstrahl
Kontext
Low-Code-Plattformen gibt es seit den 2010ern, populär wurden sie ab 2018 mit Tools wie Airtable, Bubble, Webflow, Retool. Im Mittelstand sind sie besonders wertvoll, weil sie die typische Lücke zwischen 'Excel reicht nicht mehr' und 'volle Custom-Software ist zu teuer' schließen. Sie eignen sich nicht für jeden Anwendungsfall, aber für viele.
Beispiel
Ein Handwerksbetrieb baut sich mit Airtable als Datenbank und Softr als Frontend eine eigene Auftrags-App für die Baustelle. Mitarbeiter erfassen Stunden, Material und Fotos mobil, die Geschäftsführung sieht in Echtzeit, was läuft. Aufbau: Drei Wochen statt sechs Monate Custom-Entwicklung.
Häufige Fragen
Wann ist Low-Code die richtige Wahl?
Wenn der Standard nicht passt und Custom-Code zu teuer wäre. Typische Anwendungsfälle: Branchenspezifische Datenmodelle, mobile Außendienst-Apps, interne Tools für 5 bis 50 Nutzer. Bei massiven Datenmengen oder komplexen Berechnungen stößt Low-Code an Grenzen.
Was sind die wichtigsten Low-Code-Plattformen?
Für Datenbanken: Airtable, NocoDB, Notion. Für Frontends: Softr, Glide, Bubble. Für interne Tools: Retool, Tooljet. Für Workflow-Automatisierung: Make.com, n8n, Zapier.
Was sind die Nachteile und Risiken von Low-Code?
Vier wiederkehrende Schwachstellen. Erstens entsteht Lock-in zur Plattform, ein späterer Wechsel ist teuer. Zweitens leidet die Performance bei sehr großen Datenmengen oder komplexen Berechnungen. Drittens entstehen Schatten-IT-Anwendungen, die niemand außer dem Erbauer versteht. Viertens fehlt oft saubere Versionierung und Test-Disziplin, was im Update-Fall Probleme macht.
Low-Code, No-Code und Code: Wo liegt die Grenze?
No-Code arbeitet rein grafisch, ohne jede Code-Zeile. Beispiele: Airtable, Softr, Bubble. Low-Code kombiniert grafische Editoren mit kleinen Code-Anteilen für komplexere Logik. Beispiele: Retool, Mendix. Code ist klassische Entwicklung mit voller Kontrolle. Die Grenze ist fließend, jede No-Code-Plattform öffnet sich irgendwann für Code-Erweiterungen, wenn sie ernst genommen wird.
Welche Risiken hat Citizen Development?
Wenn Fachabteilungen ohne Datenarchitektur und Governance eigene Anwendungen bauen, entstehen schnell isolierte Lösungen ohne Schnittstelle zum Rest. Drei Jahre später hat das Unternehmen acht Mini-Apps, die alle dieselben Kundendaten in eigener Form halten. Citizen Development funktioniert nur mit klaren Leitplanken: Welche Daten sind zentral, was darf dezentral entstehen, wer betreibt was.
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