Cloud
Cloud-Computing (Bereitstellungs-Modell)
Cloud bezeichnet ein Bereitstellungs-Modell, bei dem Software und Infrastruktur über das Internet aus Rechenzentren eines Anbieters bezogen werden. Der Mittelständler betreibt keine eigene Hardware, sondern bezahlt eine nutzungs-abhängige Lizenz. Die drei Standard-Schichten sind SaaS (fertige Software), PaaS (Entwicklungs-Plattform) und IaaS (virtualisierte Infrastruktur).
Schaffsch-Position
Cloud sollte für die allermeisten Mittelständler die Standard-Wahl sein. On-Premise rechtfertigt sich nur bei sehr spezifischen regulatorischen Anforderungen oder bei tief in die Produktion integrierten Werkstatt-Steuerungen. Wer 2026 noch On-Premise neu einführt, sollte das aktiv begründen können, nicht aus Gewohnheit.

Die Frage „Cloud oder nicht“ ist im Mittelstand 2026 fast immer schon entschieden. Die spannenden Fragen sind heute: Welcher Cloud-Anbieter passt zu unseren Daten, wie sieht die Exit-Strategie aus, wie verbinde ich verschiedene Clouds sauber miteinander.
Kommentar von Philipp Sonnenstrahl
Kontext
Cloud-Computing setzte sich ab etwa 2010 in Konzernen durch und ist seit 2015 auch im deutschen Mittelstand Mehrheits-Wahl. Treiber waren niedrigere Einstiegs-Investition, kontinuierliche Updates und sinkender eigener IT-Aufwand. Heute laufen E-Mail, CRM, Buchhaltung und zunehmend ERP cloud-basiert. Die historische Sorge um Datenhoheit ist bei deutschen und europäischen Anbietern weitgehend entschärft, bei US-Anbietern bleibt der CLOUD Act ein zu prüfender Sonderpunkt.
Beispiel
Ein 40-Mitarbeiter-Dienstleister stellt seine Infrastruktur komplett in die Cloud. Microsoft 365 für Office und E-Mail, HubSpot als CRM, DATEV Unternehmen Online für die Buchhaltung, Microsoft Dynamics 365 Business Central als ERP. Eigene Server: Null. Eigene IT-Administration: Ein halber Tag pro Woche statt ein Vollzeit-Admin.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen SaaS, PaaS und IaaS?
SaaS (Software-as-a-Service) ist fertige Anwendung wie HubSpot oder Business Central, die Nutzer per Login verwenden. PaaS (Platform-as-a-Service) ist eine Entwicklungs-Plattform wie Azure App Service, auf der eigene Anwendungen laufen, ohne dass Server administriert werden müssen. IaaS (Infrastructure-as-a-Service) ist virtualisierte Server-Hardware wie AWS EC2 oder Hetzner Cloud, bei der Betriebssystem und Konfiguration in eigener Hand bleiben.
Ist Cloud DSGVO-konform?
Bei deutschen und europäischen Cloud-Anbietern mit Rechenzentrums-Standort in der EU rechtlich klar geregelt über Auftragsverarbeitungs-Verträge nach Art. 28 DSGVO. Bei US-Anbietern wegen CLOUD Act differenzierter zu prüfen, vor allem bei besonders sensiblen Personen- oder Geschäftsdaten. Microsoft und Google bieten EU-Daten-Boundary-Optionen an, die für die meisten Mittelständler ausreichend sind.
Was passiert, wenn der Cloud-Anbieter ausfällt?
Professionelle Cloud-Anbieter betreiben Verfügbarkeiten von 99,9 Prozent und höher, oft über mehrere Rechenzentren verteilt. Reale Ausfälle sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Wichtig ist die Exit-Strategie: Wie kommen die Daten regelmäßig in einem brauchbaren Format ins eigene Backup, wie schnell kann ein Anbieter-Wechsel umgesetzt werden, welche Vertrags-Klauseln regeln Auditrechte und Rückgabe.
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