System

MES

Manufacturing Execution System

Ein MES (Manufacturing Execution System, deutsch: Produktionsleitsystem oder Produktions-Steuerungssystem) ist die Software-Schicht zwischen ERP und Maschinen. Es übernimmt Auftragssteuerung in der Werkstatt, Maschinen- und Personal-Datenerfassung, Qualitätssicherung und Material-Verfolgung in Echtzeit.

Schaffsch-Position

MES lohnt sich, sobald die Fertigung mehr als 5 bis 10 Maschinen umfasst und die Auftragslage komplex genug ist, dass eine händische Steuerung Reibung erzeugt. Darunter reichen oft schlankere Lösungen, manchmal auch Funktionen direkt im ERP.

Kontext

MES-Systeme entstanden in den 1990ern aus klassischen BDE- und MDE-Systemen (Betriebs- und Maschinen-Daten-Erfassung). Mit Industrie 4.0 ist MES wieder zum Hype-Thema geworden, weil es die Verbindung zwischen vernetzten Maschinen und kaufmännischer Steuerung leistet. Im klassischen Mittelstand mit eigener Fertigung ist MES heute meist Pflicht ab einer gewissen Komplexität.

Beispiel

Ein Mittelstands-Maschinenbauer setzt ein MES wie Forcam oder GFOS ein, das die Aufträge aus dem ERP übernimmt, auf die Maschinen verteilt, Laufzeiten erfasst und Stör-Zeiten dokumentiert. Die Geschäftsführung sieht im Echtzeit-Dashboard, welche Maschinen produktiv laufen und welche stehen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MES und ERP?

Das ERP plant kaufmännisch: Aufträge, Stücklisten, Termine, Bestände. Das MES führt diese Aufträge in der Fertigung aus und meldet zurück. Vereinfacht: Das ERP sagt was und wann, das MES sagt wie es gerade läuft. Beide Systeme brauchen eine saubere Schnittstelle, sonst entstehen zwei parallele Auftragswelten mit Doppel-Pflege.

Ist SAP ein MES?

SAP S/4HANA ist primär ein ERP. SAP bietet mit SAP Digital Manufacturing (früher SAP ME) ein eigenes MES-Modul an, das zur SAP-Welt passt. Im Mittelstand mit SAP-ERP wird trotzdem oft ein spezialisiertes MES eingesetzt (Forcam, GFOS, MPDV Hydra), weil die Tiefe der Fertigungs-Funktionen dort größer ist.

Welche Funktionen hat ein MES?

Kernfunktionen sind Auftragsfeinsteuerung, Maschinen-Datenerfassung (MDE), Betriebs-Datenerfassung (BDE), Personal-Zeiterfassung in der Fertigung, Qualitätsmanagement, Werkzeug- und Materialverfolgung sowie Echtzeit-Dashboards (OEE, Stillstandsgründe). Welche Funktionen wirklich genutzt werden, entscheidet sich an der Fertigungsstruktur, nicht am Lastenheft.

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