Lean Management
Lean Management (Lean Production / Lean Office)
Lean Management ist eine Management-Philosophie und Methodensammlung, die ursprünglich aus dem Toyota Production System stammt. Im Kern geht es um die systematische Reduktion von Verschwendung und die Maximierung des Kundennutzens im Prozess.
Schaffsch-Position
Lean ist im Mittelstand wirksam, wenn es nicht zur Lehrbuch-Übung verkommt. Zu viele Methoden, zu viel Workshop-Zeit, zu wenig Veränderung in der Realität. Drei oder vier Lean-Werkzeuge konsequent angewendet bringen mehr als das ganze Toyota-Methoden-Set inkonsequent.

Wir verwenden die Prinzipien aus Lean in jeder unserer Analyse. Viel wichtiger, als eine umfassende Analyse ist aber immer das tatsächlich in Bewegung gesetzte durch eine Implementierung.
Kommentar von Philipp Sonnenstrahl
Kontext
Lean entstand in den 1950ern bei Toyota als Antwort auf die Massenproduktions-Logik amerikanischer Automobilhersteller. In den 1990ern wurde Lean global populär. Im deutschen Mittelstand wird Lean oft auf die Werkstatt (Lean Production) reduziert, dabei ist Lean Office (Verwaltung) der eigentlich größere ungenutzte Hebel.
Beispiel
Ein Maschinenbau-Mittelständler mit 60 Mitarbeitern startet Lean Office in der Auftragsbearbeitung. Eine Wertstromanalyse zeigt, dass von der Anfrage bis zur Auftragsbestätigung 14 Werktage vergehen, davon 11 Wartezeit. Mit klaren Verantwortlichkeiten und Pull-Prinzip schrumpft die Durchlaufzeit auf 4 Tage, ohne Mehraufwand pro Vorgang.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lean, Kaizen und Six Sigma?
Lean ist die übergeordnete Philosophie der Verschwendungsreduktion. Kaizen ist die kontinuierliche, kleine Verbesserung im Alltag und Bestandteil von Lean. Six Sigma ist eine separate Methode zur Reduktion von Streuung und Fehlerraten, oft als Lean Six Sigma kombiniert. Im Mittelstand ist purer Lean meist passender als Six Sigma.
Funktioniert Lean auch im Dienstleistungsbetrieb?
Ja, sogar besonders gut. Lean Office und Lean Service sind weniger bekannt als Lean Production, aber genauso wirksam. Die Werkzeuge sind im Wesentlichen dieselben, angewendet auf Informationsflüsse statt Materialflüsse.
Was sind die 5 Lean-Prinzipien?
Die fünf Prinzipien nach Womack und Jones: Erstens Wert aus Kundensicht definieren. Zweitens den Wertstrom identifizieren, also alle Schritte vom Auftrag bis zur Lieferung. Drittens Fluss erzeugen, ohne Wartezeit und Stapel. Viertens Pull umsetzen: Nur produzieren, was der nächste Schritt wirklich abruft. Fünftens nach Perfektion streben, durch kontinuierliche Verbesserung (Kaizen).
Welche Lean-Methoden gibt es?
Die wichtigsten Werkzeuge im Mittelstand: 5S (Arbeitsplatz-Organisation), Kanban (Pull-Steuerung mit Karten), Wertstromanalyse (Value Stream Mapping), Poka-Yoke (Fehlervermeidung durch Konstruktion), Kaizen (kontinuierliche Verbesserung), SMED (schnelle Rüstzeiten) und Andon (Sichtbarmachung von Störungen). Drei davon konsequent eingesetzt bringen mehr als das ganze Set inkonsequent.
Was sind Muda, Muri und Mura?
Die drei Verschwendungsarten aus dem Toyota-System: Muda ist Verschwendung im engeren Sinn, also Tätigkeit ohne Kundennutzen (Warten, Transport, Nacharbeit, Lager, Überproduktion). Muri ist Überlastung von Menschen oder Maschinen. Mura ist Ungleichmäßigkeit, also Spitzen und Täler in Auslastung oder Qualität. Lean adressiert alle drei, im Mittelstand sind Muda und Mura die häufigeren Hebel.
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